Kräuterkunde

Hier erfahren Sie Wissenswertes rund um Pflanzen, die mir im Laufe der Zeit in der Natur begegnen.



                               Die Vogelmiere

Die Stängel der Vogelmiere sind lang und dünn, sie wachsen wirr durcheinander.
Die vielen Blätter sind klein und spitzeiförmig.
Die Blüten zeigen sich (bei mir im ungeheizten Gewächshaus) das ganze Jahr über.
Sie sind weiß, klein, sternförmig und zweigeteilt, sodass sie beim kurzen Blick
wie jeweils zwei Blütenblätter aussehen.
Beim Auseinanderziehen der Stängel wird ein dehnbarer Faden sichtbar. Dadurch ist sie auch als Hühnerdarm bekannt.

Die Vogelmiere ist in Gärten, auf Äckern, an Wegen, sogar in Blumentöpfe zu finden.
       
Sie hat einen sehr hohen Gehalt an Chlorophyll und gehört zu den blutreinigenden Kräutern.
In einer Frühjahrskur sollte sie auf keinen Fall fehlen.
Die Pflanze enthält außerdem viel Vitamin C und ist durchihren milden, maisähnlichen Geschmack eine hervorragende Wildkräuter-Einsteigerpflanze für Kinder.
Sie wirkt kühlend, entzündungshemmend und  schmerzlindernd.
Die Vogelmiere kann auch das Wetter vorrausagen: Sind die Blüten geöffnet,
bleibt das Wetter die nächsten vier Stunden schön.
                        
In meinem Garten ist die Vogelmiere unverwüstlich, so will sie mir wahrscheinlich sagen:
Ich bin gut für dich, also lass mich!
Wenn sie mir wirklich zu viel wird, bekommen meine Hühner das Wildkraut und die sind ganz wild darauf. Außerdem werden die Eierschalen schön hart.


                           

                                 Echtes Lungenkraut

Am bis zu 40 cm hoch werdenden, leicht behaarten Stängel, wachsen längliche, eiförmige, rauhe mit weißen Flecken besprengelte Blätter. Die am Stielende wachsenden Blüten, erinnern an die der Schlüsselblumen, und erscheinen von März bis Mai. Die Farbe der Lungenkrautblüten wechselt von rötlich, bei den jungen Blüten, zu lila bei den älteren Blüten.
Das Lungenkraut ist Laubwäldern und an Waldrändern zu finden.       
Es enthält Schleimstoffe, Saponine und       Kieselsäure und wirkt dadurch lindernd auf Reizhusten und Entzündungen der oberen Luftwege.
Sein lateinischer Name Pulmonaria leitet sich ab  vom lateinischen pulmo = Lunge. Die Blätter sollen dem Kraut seinen Namen
gegeben haben, sie sollen mit ihren weißen Flecken an eine kranke Lunge erinnern. Auch die Blüten, die sich von rot    
nach blau färben, wie das Blut im Kreislauf könnten zur Namensgebung beigetragen haben, ebenso wie die Blüten, die mit ihren feinen sichtbaren Verästelungen an die der Lunge erinnern.
Die Blüten können frisch als essbare Deko, die Blätter im Salat verwendet werden. Blüten und Blätter getrocknet für Teemischungen.
Bei uns im „Woid“ ist das Lungenbier bekannt:
1 Esslöffel getrocknetes Kraut in eine Halbe Bier geben und es zum Sieden bringen. Dann erkalten lassen und abseihen. Bei Husten und Halsschmerzen mehrmals täglich einen Esslöffel voll einnehmen.        



                        Wechselblättriges Milzkraut

Das Wechselblättrige Milzkraut kann bis zu 20 cm hoch werden. Die Pflanze besitze einen dreikantigen Stängel, an dem nierenförmige, tief gekerbte Blätter wechselständig wachsen. Die Blüten haben nur 4 Kelchblätter ohne Kronblätter, die grün-gelblich sind. Die Blütezeit ist von März bis Mai.Diese Pflanze wächst auf feuchten bis nassen Böden und kommt ziemlich häufig vor. Früher wurde die Pflanze bei Erkrankungen und zur Stärkung der Milz eingesetzt. Zur Anregung der Blutbildung und zur Blutreinigung.Sie wurde in Essig eingelegt um sie das ganze Jahr über zur Verfügung zu haben.





                                 Buschwindröschen              giftig ! 

Das Buschwindröschen erreicht eine Wuchshöhe von 25cm.
Am oberen Teil des Stängels befindet sich ein Quirl aus 3 dreiteiligen Blättern, mit nochmals geteilten Abschnitten.
Die Blüte mit sechs bis acht weißen, manchmal leicht rosa gefärbten Blütenblättern, sitzt auf einem Blütenstängel, der aus der Mitte des Blätterquirls entspringt. Der Blütenstängel ist mit vielen kleinen Haaren besetzt.
Die Blüten erscheinen von März bis Mai.
Die Pflanze bevorzugt Laub- und Nadelwälder, Obstgärten und Wiesen.

Alle Pflanzenteile sind giftig! Hauptwirkstoff ist das in der Pflanze enthaltene Protonanemonin. Es wird bei Kontakt mit der Haut freigesetzt und kann zu Rötungen, Juckreiz oder Blasenbildung führen. Bei der inneren Aufnahme führt es zu Erbrechen, Durchfall, Nierenentzündung und Krämpfen.
30 frisch verzehrte Buschwindröschen sollen zum Tod führen!
Der botanische Name leitet sich ab von:
Anemos = Wind    nemorosa = schattig
ab, was sich wiederumg auf seinen häufigen Wuchsort bezieht.
Der deutsche Name kommt wahrscheinlich daher, weil die zarten Blüten oft vom Wind abgerissen werden.
Im Volksmund wird es auch Osterblume genannt, weil die Buschwindröschen zu      Ostern blühen.            
Es ist eine meiner Lieblingsblumen, denn wenn ich sie sehe, ist der Frühling nicht mehr weit!



              Seidelbast                          giftig ! geschützt!

 

Der Seidelbast wächst wenig verzweigt zu eine Höhe von 120 cm heran. Die 4-zipfeligen Blüten zeigen sich von März bis April. Sie sitzen direkt am Stängel, sind rosa und duften stark. Wenn die Blütezeit fast vorbei ist erscheinen die lanzettlichen,  Blätter.
Die Beeren sind leuchtend rot, erbsengroß und sind stark giftig!

Vorkommen:
Der Seidelbast wächst in Wäldern, neben Bächen.
       
Wissenswertes: 
Der Seidelbast ist sehr giftig, besonders die schönen roten Beeren stellen eine Gefahr dar, da schon 10- 15 Beeren, bei
Kindern entsprechend weniger, als tödliche Dosis gelten. Auf der Haut können alle Teile der Pflanze starke Reizungen auslösen und Blasenbildung hervorrufen.
Nach dem Verzehr der Beeren werden Magen, Nieren und Darm schwer gereizt. Durchfall, Erbrechen und Brennen aller Schleimhäute sind erste Vergiftungsanzeichen. Ein Notarzt muss schnellstens gerufen werden!
Wegen seiner frühen Blütezeit und dem Nektarreichtum der Blüten, ist dieser Strauch aber eine wertvolle Nahrungsquelle für Bienen und andere Insekten.
Bei uns im „Woid“ heißt es, werden Seidelbastbeeren ins Feuer des Holzküchenofens geworfen, verbrennt das darauf gekochte Essen.